Liebe Siri,
ich habe Dich auszugsweise zitiert und meinen Kommentar darunter geschrieben. Ich glaube, dass das Buch mit dem Titel
Calming Signals über die Beschwichtigungssignale des Hundes und wie ein Hund so tickt, für Dich sehr interessant sein könnte, weil es ganz tiefe und für uns neue Einblicke in die Hundeseele gewährt.
Siri hat geschrieben:
Wie schon in der Vorstellung von Max beschrieben wurde er zwei mal gebissen . Einmal hinten rein, kurz über der Rute . seid her lässt er auch nicht gerne von Rüden hinten an sich schnüffeln -früher war das kein Thema . Er lag auch dann unter dem Rüden und dann wurde er von einer Hündin ( kein Jahr alt) attakiert und war wieder lamnge unter ihr da das Frauchen im Wald ja außer Sichtweite war und erst zwei Minuten später zur Stelle war und ich die Schäferhündin oder Mischlingshündin nicht weg kriegte von Max der direkt unter ihr war .
So eine Situation muss nicht, aber kann für Max ein wenig traumatisch gewesen sein. Auf alle Fälle lernt er aus jeder einschneidenden Situation, nämlich:
1. Hinten rein kann man auch gebissen werden, hier ist Vorsicht geboten.
2. Mein Frauchen kann mich nicht beschützen/bewahren davor, als versuche ich das lieber selbst.
Siri hat geschrieben:
Da ist es meist so das Max droht wenn hinten Jemand schnüffelt. Lässt der Rüde sofort ab ist es OK und Max interessiert sich nicht für den Rüden . Tut er es nicht dann droht Max schon etwas mehr, lässt sich aber sofort durch mich aus der Situation bringen , notfalls mit der Erziehungsrassel , die ich nur selten einsetze , etwa wenn man auf großen Wiesen einen Hund der angerannt kommt trifft wo Frauchen oder Herrchen weiter weg sind und ihren Hund der evtl auch knurrt oder gar beissen will aus der Situation rausholen können.
Erziehungsrassel ist hier fehl am Platz, denn Du verbietest Deinem Hund, einem anderen Bescheid zu sagen in seiner eigenen Sprache, dass er nicht angeschnüffelt werden möchte. Wenn Du nicht möchtest, dass Max in diese Situation des Knurrens kommt, bis Du gefagt. Du könntest,
bevor es zum Knurren kommt
- Max nahe zu Dir nehmen und den anderen Hund wegschicken,
- den Besitzer bitten, seinen Hund zurückzurufen,
- mit Max umdrehen und schnell weggehen, aus der Situtation rausgehen.
Damit hättest Du gleichzeitig die Führung in dieser Situation übernommen, hättest agiert, und zeigst Max damit: Ich bin Chef, ich bin kompetent, ich habe alles im Griff, ich beschütze Dich, was auch haargenau die Chefrolle im Rudel ausmacht.
Das sollte man so lange machen, solange der Hund unsicher ist und knurrt. Wenn er Dir erst einmal zutraut, dass Du die Situation im Griff hast, wird Max lockerer sein und diese Vorsichtsmaßnahmen werden nicht mehr nötig sein.
Siri hat geschrieben:
Gestern trafen wir wieder in der näher gelegenen Stadt außerhalb auf der großen Wiese wo man öfter Hunde antrifft einen Aussi ( unkastriert). Ein Prachtexemplar den Max auch schon kennt vom letzten Treffen .
Ich mich riesig gefreut da Max ihn ja schon kurz kennenglernt hat und wir mit den Besitzern geredet hatten .
Super -Max auch zuerst freudig zu dem Aussi hin , dann blieb Max stehen etwa 2 Meter entfernt . Der Aussi ging auf ihn zu und schnüffelte hinten an ihm wie es ja auch üblich ist , nur das behagte Max gar nicht und er hat geknurrt .
Der Aussi ist auch grad zurückgewichen , hat dann noch mal geschnuppert und Max wieder geknurrt und hoch gebellt worauf der Aussi zu seinem Frauchen ist . Der Aussi ist ein Angsthase laut dem Frauchen.
Ich fand es ja weniger toll das der Aussi zurückgewichen ist denn zwei kurze Knurrer schickten da schon und Max hat damit ja die bestätigung gekriegt das er Erfolg mit der Knurrerei hat .
Ich würde nicht sehen, dass das ein Erfolg durch unerwünschtes Verhalten (Knurren) ist, sondern Max sagte hier deutlich: "Ich möchte das nicht." Der Aussi ist gegangen und hat akzeptiert, dass Max das nicht möchte. Eigentlich perfekte Hundekommunikation. Nur, wie gesagt, wäre es für Deinen Hund besser,
Du würdest das regeln, denn dann kann er sich entspannen, wenn er Dir diese Kompetenz zutraut, und kann selbst wieder selbstsicherer werden und sich auf Dich verlassen.
Siri hat geschrieben:
Das Frauchen ging weiter und ich mit max auch . Wir waren schon da wo wir die Autos geparkt hatten . Nun lief Max wie es aussah freudig hinter dem Aussi her . Klaro keine Bedrohung , alles unter Kontrolle , nur das der Aussi nun da er eh so Angst hat schneller lief und nix von Max wissen wollte.
Ich glaube, dass Max erkannt hat, dass der Aussi seinen Wunsch auf zunächst Abstand akzeptiert hat, dass er ihm nichts Böses will, und deshalb für ein Spielchen bereit gewesen wäre. Das passt.
Siri hat geschrieben:
Heute dann ein kleiner Erfolg. Am Waldweg kam uns ein Frauchen mit einem Rüden entgegen . Max blieb brav sitzen ohne Leine und ohne Knurrerei konnten wir vorbei . Etwas was wir nun immer schon können , solange Max Ausweichmöglichkeiten hat .
Was er nicht mag ist eingeengt zu sein , quasi in seinen Augen ungeschützt dem fremden Hund gegenüber zu stehen. Frontale Begegnungen oder ganz enge Wege wie Dieser auch war sind schon ein Kunstück wenn ein Rüde lang kommt .
In der Hundesprache ist es eine grobe Unhöflichkeit und eine Provokation, frontal aufeinander zuzugehen, wozu wir die Hunde aber zwingen, weil wir halt auf dem Weg gehen und die Hunde an der Leine sind. Hätten die Hunde die Chance, würden sie in großem Bogen aneinander vorbeigehen, was nicht Ängstlichkeit bedeutet, sondern Anstand auf hündisch.
Wenn Du Fragen hast, nur zu.