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 Betreff des Beitrags: Haustiere in der Ferienzeit
BeitragVerfasst: Freitag 21. August 2009, 09:20 
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Hund: Jakob, spanischer Mischling
Vorname: Tina
Haustiere in der Ferienzeit

Hundstage

Von Petra Mies

Endlich Ferien, endlich frei. Alles inklusive, auch für Kira. Vollpension auf dem Gelände der Pension Seib in Friedberg. Familienanschluss, leckeres Essen, viel Auslauf, also Urlaub pur und mit 20 Euro am Tag sogar günstig.

Kira kann noch nicht sagen, was sie davon hält. Denn der Wirbelwind ist ein Foxterrier, gerade mal 15 Monate alt. Die Hundeschule kennt Kira schon, weil ihr Herrchen Jost Thelen dort samstags immer mit ihr beim Hundeerzieher und Verhaltensberater Reinhard Seib übt. Doch weg von ihrer Familie war sie noch nie.

Kein leichter Entschluss

Die Familie, das sind Vater Thelen und Mutter Heike Borufka, das ist Tochter Nia, acht, die von ihrem Temperament her oft mit Kira gleichzieht. Foxterrier besitzen die Frankfurter schon immer. Erst war es Croq, genannt Kroko, dann kam Kerry, beide sind im Garten beerdigt.

Und nun also Kira, "ein ungestümer Hund", befindet Heike Borufka. Deshalb reifte mühsam der Entschluss, mit ihr nicht in den Urlaub zu fahren. Kira soll nicht mit nach Umbrien. Weil ihr die zwölf Stunden im Auto nicht zuzumuten seien. Weil es in der italienischen Pension kleine Katzen gibt, die ein Terrier jagt. Weil sie immer an der Leine laufen müsste und alle nur noch genervt wären.

Wohin mit dem Tier

Bis zu 25.000 Euro Strafe kann es nach dem Tierschutzgesetz kosten, sein Tier auszusetzen.

Pflege-Unterkünfte wie Hunde- und Katzenhotels, Tierheime und mehr sind beispielsweise bei Tierarztpraxen oder Züchtern zu erfragen.

Der Landestierschutzverband Hessen ist unter www.landestierschutzverband-hessen.de im Internet zu finden und hilft mit vielen Anlaufstellen weiter. Ihm gehören 80 Vereine, darunter viele Tierheime, und 50.000 Mitglieder an.

Tiertausch ist auch möglich der Tierschutzverband bietet ein Programm an, einander privat per Börse zu helfen.

Also kommt Kira in Pflege. Hundeerzieher Seib sagt, und das mag manches Herz kränken: "Der Mensch leidet mehr als der Hund." Seib ist erfahren damit, die Tiere anderer aufzunehmen. Kleiner Trost: "Wenn die Besitzer zurückkommen, freuen sich die Hunde wie verrückt." Ein Wedel-schleck-Ausbruch.

Vorbildlich, attestieren Fachleute in diesem Fall. Für alles ist gesorgt. Denn die Realität, zumal in Krisenzeiten, sieht oft anders aus. Und da schlagen Tierschützer immer lauter Alarm. Frohe Ferien - die beginnen für Hund, Katze, Ochsenfrosch und Goldfisch oft damit, irgendwo ausgesetzt zu sein, ob an der Autobahnraststätte, an Landstraßen, Waldrändern oder in Teichen. Vordergründig, weil Halter nicht mehr mit den Lebewesen klarkommen. Immer öfter jedoch in Wahrheit, weil das Geld für Futter und Pflege fehlt.

Auf mehr als eine halbe Million ausgesetzte Tiere bundesweit im Jahr verweist Torsten Reinwald, Biologe beim Deutschen Jagdschutz-Verband. Tendenz steigend. "Gerade angebundene Hunde verenden oft", sagt er. Und eine Katze, oft noch besser in ihrem Jagdinstinkt und weniger auf Menschen fixiert, könne bis zu 1000 Hasen, Kaninchen und andere Kleinsäuger wie auch Vögel, Reptilien und Amphibien im Jahr erbeuten. "Katzen sind Raubtiere, und wer sie aussetzt, tut der Natur und auch ihnen keinen Gefallen."

Abgesehen davon, dass das moralisch verwerflich sei und der Natur gerade in der Aufzucht- und Brutzeit immens schade, erklärt Reinwald, sei das keineswegs ein Kavaliersdelikt. Wer seinen Rottweiler an der Autobahn rauswerfe, habe zu zahlen, wenn er erwischt werde. Kräftig.

Er habe selbst eine Tochter und zwei Kaninchen, sagt Reinwald. "Tiere sind keine Möbel." Aus dem Auto werfen, wenn die angebliche Liebe zur Last werde, das sei skandalös und Quälerei.

Tatort Ferien. Damit kennt sich auch Alfred Günkel aus. Der Vorsitzende des Landestierschutzverbandes Hessen zweifelt oft am Menschenverstand, hofft aber nach wie vor auf ihn. Und auf Alternativen: Ob Tierheim, ob Züchter oder sonst wo: "Es gibt immer eine Möglichkeit, sein Tier in der Urlaubszeit unterzubringen."

Eben, sagen Jost Thelen und Heike Borufka. Flüge und Städtetouren haben sich die Frankfurter seit Jahren abgeschminkt, wenn die Familie auf Reisen geht - der Foxterrier wegen. Diesmal wird es zwar nichts mit dem gemeinsamen Urlaub, aber wer weiß: Vielleicht wird Kira, dann ganz gereifte Dame, im kommenden Jahr doch noch Ferien in Umbrien statt in Friedberg machen.

http://www.fr-online.de/frankfurt_und_h ... t=1827254&

_________________
„Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Mitmenschen“
(Ernst R. Hauschka)


Petitionen: Schutz der Hunde http://jakobolo.npage.de/aktuelle_petit ... 40436.html


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